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Bergmannstrost erweitert mit Kooperation in der Kindertraumatologie sein Angebot für Unfallversicherungsträger

Mit einer Klinik für Pädiatrische Traumatologie erweitert das BG Klinikum Bergmannstrost Halle sein medizinisches Angebot für die Unfallversicherungsträger. Der Kinderchirurg Prof. Dr. Martin Michael Kaiser (52) ist der Chefarzt der neuen Klinik. In einem einzigartigen Kooperationsmodell übernimmt er gleichzeitig die Leitung der Universitätsklinik und Poliklinik für Kindertraumatologie und Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Halle (Saale). „Durch die Zusammenarbeit mit dem Universitätsklinikum können wir unsere nach SGB VII versicherten Kinder mit Unfallverletzungen kindgerecht behandeln und unterbringen“, so Thomas Hagdorn, Geschäftsführer des Bergmannstrost. Aus Sicht der Unimedizin wird die Kindertraumatologie stärker in Lehre und Forschung eingebunden.

Prof. Kaiser sieht in der Kooperation ein gelungenes Leuchtturmprojekt. „Wir behandeln Kinder vom Frühgeborenen bis hin zum 16. Geburtstag“, umreißt er die Patientengruppe, um die sich sein Team kümmert. Dabei bietet es das gesamte Spektrum der Kinderchirurgie- und Traumatologie an: von Eingriffen im Magen-Darm-Trakt und der Lunge, über urologische Erkrankungen bis hin zu Verletzungen und angeborenen Fehlbildungen. Verbrennungen, Verbrühungen und Unfallverletzungen sind weitere Schwerpunkte seiner Klinik.

Die Behandlung der Kinder erfolgt dabei ausschließlich am Standort des Universitätsklinikums in der Ernst-Grube-Straße. Besonders wichtig ist Prof. Kaiser eine Kommunikation auf Augenhöhe mit seinen jungen Patienten und ihren Eltern: „Wir beziehen die Eltern immer in die Behandlung ein, denn die Therapie von Kindern wäre ohne diese Bezugspersonen nicht erfolgreich. Zugleich müssen wir den Kindern altersgerecht die Diagnose und die Therapiemöglichkeiten erklären. Nur so können wir das notwendige Vertrauen gewinnen“. 

Zwei Schwerpunkte möchte Prof. Kaiser in der Forschung hervorheben: einerseits die Grundlagenforschung in der Kindertraumatologie zur Entwicklung kindgerechter Implantate, andererseits soll in der Versorgungsforschung die Fragestellung bearbeitet werden, wann welche Verletzungen der Knochen konservativ oder operativ behandelt werden sollten. „Wir wollen so viele Operationen wie möglich zum Wohle des Kindes vermeiden“, sagt der Kindertraumatologe. Man wisse, dass die Indikationsstellung für eine Operation vom biologischen Alter, dem Geschlecht und der Lokalisierung der Fraktur und dem Ausmaß der Dislokation abhänge. Auf der anderen Seite gilt es aber, mittels optimaler Diagnostik die Frakturen herauszufiltern, die auch im Kindesalter operiert werden müssen, um spätere Fehlstellungen oder Funktionseinschränkungen unbedingt zu vermeiden. Es gelte somit, die individuell beste Lösung für das Kind zu finden – auf der Basis evidenzbasierter Erkenntnisse. Diese wolle er auch in Fortbildungen an Kinderärzte, Orthopäden, Chirurgen und Unfallchirurgen vermitteln.

Vor seinem Wechsel nach Halle war Prof. Kaiser Oberarzt und stellvertretender Leiter der Klinik für Kinderchirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein in Lübeck. Der gebürtige Königsteiner hat in Freiburg/Breisgau Medizin studiert und wechselte anschließend nach  Lübeck. Im Jahr 2002 legte er die Facharztprüfung ab, habilitierte sich 2010 und erhielt die Lehrbefugnis. Seit 2015 war er außerplanmäßiger Professor für Kinderchirurgie in Lübeck.

  Pressesprecher

Christian Malordy

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