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Terror-Simulation: Ärzte trainieren Ernstfall im Bergmannstrost

Ein Wochenende lang, vom 7. bis 9. September, trainierten Notfall- und Akutmediziner im BG Klinikum Bergmannstrost Halle den Ernstfall: einen Massenanfall von Verletzten infolge eines Terroranschlags. Doch anders als zu erwarten, standen die Ärzte dafür nicht in der Notaufnahme, sondern saßen am Spielbrett. „Die Teilnehmer haben in Planspielen verschiedene Szenarien eines Terrorfalls und die Auswirkungen auf die Versorgung der Verletzten geübt. Auch wenn wir hoffen, dass es nicht nötig sein wird, müssen Ärzte darauf vorbereitet sein. Und dann geht es darum, möglichst viele Menschen bestmöglich zu behandeln und trotz Ausnahmesituation individualmedizinisch zu versorgen. Das wird im Spiel simuliert“, erklärt PD Dr. Peter Hilbert-Carius, Oberarzt im Bergmannstrost und Sprecher des TraumaNetzwerks Sachsen-Anhalt Süd, der den Weiterbildungskurs nach Halle geholt hat.
Der Kurs „Terror and Disaster Surgical Care (TDSC®)“ wurde von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie e.V. (DGU) in Zusammenarbeit mit dem Sanitätsdienst der Bundeswehr und weiteren renommierten Fachgesellschaften entwickelt und berücksichtigt die Erfahrungen u.a. aus den Anschlägen in Paris, Madrid oder Nizza. 
„Als überregionales Traumazentrum ist das Bergmannstrost auf die Versorgung von Schwerst-verletzten auch in größerer Zahl gut vorbereitet. Doch eine Massenkarambolage auf der Autobahn unterscheidet sich von einem Massenanfall von Verletzten im Terrorfall“ erläutert Dr. Hilbert-Carius. Die besondere Gefahrenlage, spezielle Verletzungsmuster und die Vielzahl von Betroffenen verlangen am Einsatzort und im Krankenhaus ein besonderes Management. „Im Katastrophenfall muss anders entschieden werden als in der Regelversorgung. Ärzte müssen dann schnell umdenken können“, so Hilbert-Carius. Zudem werden in einer solchen Ausnahmesituation schnell die Ressourcen knapp – sei es bei Blutkonserven, OP-Kapazitäten oder dem Fachpersonal. „Im normalen Klinikalltag kennen wir Ressourcenmangel gar nicht mehr.“
Die Referenten des TDSC – allesamt Experten der Bundeswehr – vermitteln in dem Kurs darum nicht nur medizinisches Fachwissen zur Versorgung von Schuss- und Explosionsverletzungen. Im Zentrum des Kurses steht vielmehr eine Simulationsübung in Form eines Spiels mit Karten und Spielsteinen. Die Ärzte werden dabei mit verschiedenen Szenarien eines Terroranschlages konfrontiert und trainieren ähnlich einem Strategie-Spiel ihre Entscheidungskompetenz unter Zeitdruck und mit knappen Ressourcen: Welcher Patient bekommt in welcher Reihenfolge welche Operation mit welchem Material? „Der Kurs richtet sich darum auch ausdrücklich an erfahrene Chirurgen und Notfallmediziner, da solche Entscheidungen klinische Erfahrung und Entscheidungskompetenz voraussetzten.“
An dem zweieinhalbtägigen Kurs nahmen insgesamt 21 Notfall- und Akutmediziner des Bergmannstrost sowie des TraumaNetzwerks Sachsen-Anhalt Süd teil.

  Pressesprecher

Christian Malordy

Leiter Stabsstelle Kunden und Markt/Unternehmenskommunikation

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