Liste empfehlenswerter Patientenverfügungen

Eine Patientenverfügung ist ein Schriftstück, in dem Sie mit Bezug auf medizinische
Maßnahmen ihren Willen erklären. Damit treffen Sie eine Vorsorge für den möglichen Fall, dass Sie dies selbst nicht mehr können – z.B. weil Sie bewusstlos sind. Es empfiehlt sich eine solche Patientenverfügung immer mit einer Vorsorgevollmacht zu verbinden. Denn auch bei großer Umsicht können nicht alle möglichen Situationen vorhergesehen und in der Patientenverfügung genau beschrieben werden. Sie sollten hierfür eine Person auswählen, die dazu bereit ist und Sie so gut kennt, dass Sie um Ihren Willen genau weiß (z.B. Ehegatte, Lebenspartner, Kinder oder Eltern). Dann kann die bevollmächtigte Vertretung Ihrem Willen Geltung verschaffen, wenn Sie sich selbst nicht äußern können.
In der nachfolgenden Liste finden Sie einige Patientenverfügungen, die sich in der Praxis bewährt haben und deshalb von uns empfohlen werden können.

 Muster des Bundesministeriums der Justiz (BMJ)

Das BMJ war federführend an der Ausarbeitung des Rechts der Patientenverfügung beteiligt. Dieses "Wissen aus erster Hand" ist in eine gut verständliche und kostenfreie Broschüre zum Thema eingeflossen. Die Broschüre kann im Internet heruntergeladen oder über den Publikationsversand der Bundesregierung (Publikationsversand der Bundesregierung, Postfach 48 10 09; 18132 Rostock, Servicetelefon: 0180 577 8090 (14 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz,Mobilfunk max. 42 Cent/Min.) bezogen werden. Neben der Information zum Thema bietet die Broschüre auch Textbausteine für die Erstellung einer eigenen Patientenverfügung an. Diese Textbausteine können zudem im Word-Format von der Homepage des BMJ heruntergeladen werden.

Internetquelle: http://www.bmjv.de/DE/Service/Formulare/Formulare_node.html

 Muster des Bayerischen Staatsministerium der Justiz
„Vorsorge für Unfall, Krankheit, Alter durch Vollmacht, Betreuungsverfügung, Patientenverfügung“

Das enthaltene Muster zur Vorsorgevollmacht war eines der ersten wirklich umfassenden, auch juristisch gut bewerteten Formulare, die einerseits gut verständlich sind und auf der anderen Seite sehr strukturiert sowohl die Betreuungsverfügung, wie auch die Patientenverfügung darlegen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit eine Konto-/Depot-/Vorsorgevollmacht zu erteilen. Dabei ist klar abgegrenzt, dass diese sich nicht auf die Wahrnehmung der Angelegenheiten durch den Betreuer bei Krankheit und Sterben bezieht. Hierfür wird dann eine allgemeinverständliche Patientenverfügung angeboten. Besonders erwähnenswert ist, dass dieses Muster einen Patientenausweis enthält, der von dem Patienten ausgeschnitten und mit den eigenen Ausweispapieren mitgeführt werden kann. Somit ist auch im Falle von Nichtansprechbarkeit klar erkennbar, dass für den Patienten eine Vollmacht/Betreuungsverfügung/Patientenverfügung vorliegt.

Internetquelle:

http://www.ethikzentrum.de/downloads/bayernbroschuere.pdf

 Muster der Ärztekammer Hamburg

Die Ärztekammer Hamburg bietet ein kurzes Muster einer Patientenverfügung einschließlich kurzer Erläuterungen an. Die Tatsache der Erstellung durch die Ärztekammer steht dafür, dass Erfahrungen der Ärzteschaft in die Verfügung Einzug gefunden haben. Außerdem dürfte die - relative - Kürze der Verfügung für diejenigen Patientinnen und Patienten nteressant sein, die sich nicht mit längeren Texten zum Thema befassen mögen.

Internetquelle: http://www.aerztekammer-hamburg.de/patienten/patientenverfueg.htm

 Muster des BG Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum

Das Klinische Ethik-Komitee des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil Bochum hat eine Patientenverfügung mit Vorsorgevollmacht entwickelt.

Internetquelle:
http://www.bergmannsheil.de/fileadmin/files/patienten/ethik_komitee/patientenverfuegung_2014.pdf

 Muster einer Christlichen Patientenvorsorge
Gemeinsames Muster der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Deutschen Bischofskonferenz der römisch-katholischen Kirche (DBK)

Die gemeinsame Christliche Patientenvorsorge dürfte für christliche Patientinnen und Patienten eine wertvolle Quelle sein, weil sie sich von den christlichen Glaubensüberzeugungen leiten lässt und damit auch die religiösen Bedürfnisse berücksichtigt. Unabhängig von diesem religiösen Aspekt hat das Muster auch den großen praktischen Vorteil, dass es zur Verbindung der Patientenverfügung mit einer Vorsorgevollmacht und einer Betreuungsverfügung anregt. Die Broschüre mit den Formulierungsvorschlägen kann im Internet heruntergeladen werden oder bei den beiden Kirchen in einer gedruckten Fassung bestellt werden.

Internetquelle: http://www.dbk.de/themen/christliche-patientenvorsorge/
Internetquelle: http://www.ekd.de/patientenvorsorge/index.html

  Ansprechpartnerin für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter

Susanne Perl

Geschäftsstelle Ethikkomitee Bergmannstrost

  0345 132 - 67 87 ethikkomitee@bergmannstrost.de

  Download: Informationen zur Patientenverfügung